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Franco Marvulli: „Teamgeist ist einer der Schlüssel zum Erfolg“

24 May 2017

Der ehemalige Bahnradfahrer, olympische Medaillengewinner und mehrfache Schweizer- und Weltmeister Franco Marvulli sprach am ersten Tag unserer Vertriebstagung vor versammeltem Publikum über Teamgeist und Leadership. Er gab Tipps zur Leistungssteigerung, dem Umgang mit Druck und der Bewältigung schwieriger Zeiten.

 

1. Du hast mehrere Schweizer- und Weltmeistertitel gewonnen. Wie gelang es dir, dieses hohe Leistungsniveau zu halten? Wie wichtig ist Teamgeist in deiner Sportart und in deiner Wahrnehmung von Odlo?

Teamgeist ist einer der Schlüssel zum Erfolg. Wir müssen als Team dieselben Visionen und Ziele haben – die richtigen Ziele – nur so bleiben die starke Konzentration und Motivation intakt. Die Teamkollegen müssen außerdem nicht zwingend eng befreundet sein, sie müssen einander jedoch vertrauen. Wie gesagt stärkt eine gemeinsame Vision ganz natürlich den Zusammenhalt im Team.

2. Bei deiner dritten Teilnahme an den olympischen Spielen hast du eine Silbermedaille errungen. Kannst du uns die Monate beschreiben, die auf diese hervorragende Leistung in Griechenland folgten? Wie bist du mit dem Druck und den Erwartungen deines Umfelds umgegangen?

Athen war überwältigend. Wir hatten unser Ziel erreicht. Mit Bruno Risi hatten wir wirklich auf einen Medaillenplatz hingearbeitet und erzielten Silber. Das war die Belohnung für monatelange harte Arbeit. Aber wir haben es geschafft. Nach den Spielen erwarteten Sportliebhaber und unser Umfeld, dass wir immer weitere Medaillen gewinnen würden. Mit diesen Erwartungen und deren Enttäuschung muss man umgehen können. Ich war damals noch sehr jung (26 Jahre) und lernte erst später, dass der meiste Druck eigentlich von mir stammte. Wenn man hinterfragt, wer wirklich hinter all dem Druck steht, merkt man oft, dass man sich den schließlich ganz alleine schafft.

Franco Marvulli

 

3. Was war mit den olympischen Spielen in Peking? Welche Coaching- oder Selbstcoaching-Methoden halfen dir, die schwierige Zeit zu überstehen und wieder auf die Beine zu kommen?

Ich bereitete mich zunächst mit jüngeren Sportlern auf die olympischen Spiele vor, versuchte, in den Rhythmus zu kommen und das Wettrennen vorzubereiten. Doch einige Monate vor den Spielen in China kam mein Coach auf mich zu und gab mir die Möglichkeit, wieder mit Bruno Risi zu fahren. Nach langem Zögern nahm ich das Angebot schließlich an. Doch es hat nicht geklappt. Wir vertrauten einander nicht, und man kann nicht gewinnen, wenn kein Vertrauen da ist. Die Zeit danach war tatsächlich schwierig. Doch eines Tages sagte mein Coach zu mir: „Ok, Franco, wenn du aufhören willst, dich hinsetzen und einfach sitzenbleiben willst, dann ist das deine Entscheidung, und ich respektiere das“. Das brachte mich weiter. Denn man kann nur denjenigen aufhelfen, die auch tatsächlich wieder in den Sattel wollen.

4. In jeder Saison nehmen die Teams von Odlo gemeinsam neue Ziele in Angriff. Welche Ratschläge kannst du uns allen mit auf den Weg geben? Was sind deine Geheimtipps? Wie geht man am besten mit dem Druck um und wie konzentriert man sich aufs Wesentliche?

Ganz wichtig ist es, seinen Kollegen zu vertrauen und gemeinsam Lösungen zu finden, statt den anderen nur die Probleme aufzuzeigen. Ein Team umfasst unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Kommunikation und Leidenschaft sind entscheidend. Man sollte seinen Kollegen auch zeigen, wie hart man arbeitet. Und nicht zuletzt sagt man bei uns: „Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen“, und das halte ich für sehr richtig.